Gründung des Schweizerischen Bergführerverbandes

 

Die ersten Versuche zur Gründung eines Schweizerischen Bergführerverbandes gehen auf das Jahr 1906 zurück. Der Gedanke ging von Kandersteg aus und bezweckte " die Führer sämtlicher Bergtäler in einer starken Organisation zu vereinigen, dieselben einander näher zu bringen, die Anwärter auf das Führerpatent gründlicher auszubilden und sich gegenseitig gegen Übergriffe von aussen zu schützen". Die Statuten, die am 20. Juni 1906 in Interlaken beschlossen wurden - es waren nur Berner Oberländer Bergführer zugegen - hatte Pfarrer Strasser von Grindelwald entworfen. Die Bündner wollten mit dem Beitritt zuwarten und zuerst Auswirkungen des neuen kantonalen Bergführergesetztes von 1907 testen. Mangels auch anderweitigem Interesse wurde der neugegründete Verein in "Bernischer Bergführerverband" umgetauft.

 

 

 

Beitritt der Urner zum Schweizerischen Bergführerverband

 

Am 20. Juni 1906 findet im Hotel Jura in Interlaken die erste Delegiertenversammlung des Verbandes Schweizerischer Bergführer statt. Am 18. Mai 1907 erfolgt am gleichen Tagungsort die erste statuarische DV des SBV. Dabei wird unter anderem beschlossen, an alle Schweizer Führervereine und Führergruppen eine Einladung zum Beitritt zu versenden. Daraufhin trat offensichtlich auch der Urner Bergführerverein dem Schweizerischen Verband bei. Dies bestätigt das Protokoll der ordentlichen DV vom 23. Juni 1910 im Bahnhofbufffet in Spiez. Dort orientierte der Präsident, dass die Situation im Schweizerischen Bergführerverband keine günstige sei. Während die Graubündner keine große Lust zum Beitritt zeigten, traten die Walliser Kameraden wieder aus. So bestand der Verband nur noch aus Bernern und 12 Urner Führern. Daraufhin wurde der Schweizerische Bergführerverband in einem "Bernischen" umgewandelt wobei es den Urner freigestellt wurde, sich dem Bernischen Verband anzuschließen. Der Aktivsaldo wurde ebenfalls Eigentum des Bernischen Verbandes. "Mit den Urnern wird sich die Vorortssektion auch über diesen Punkt ins Einvernehmen setzen".

 

Austritt der Sektion Uri

 

DV vom 28. Mai 1911 im Hotel Jura, Interlaken:" Da diese Sektion quasi zum Austritt genötigt wurde ohne einen Grund ihrerseits, so wurde schon an der vorjährigen Versammlung der Gedanke erwogen, ob man nicht aus der Zentralkasse einen angemessenen Beitrag zurück erstatten sollte. Die Versammlung ist einverstanden und der Betrag wird auf 15 Franken festgesetzt.

 

Krisenjahre

 

Erster Weltkrieg und die Krisenjahre versetzten dem Bergführerwesen einen harten Schlag, von einem SBV hörte man nichts mehr. Dann im Mai 1929 richtete der Präsident der Bündner Bergführer, Hans Kasper aus Pontresina ein Schreiben an die übrigen Kantonalverbände, den SBV doch wieder ins Leben zu rufen. Er hatte vorerst Erfolg, wurde doch die Neugründung mit einem Zentralkomitee Pontresina und Hans Kaspar als Zentralpräsident beschlossen. Es gelang aber nicht, dem neuen Verband wirklich auf die Beine zu helfen. Während des zweiten Weltkrieges drohte alles wieder auseinander zu fallen.

 

Neue Organisation

 

Wieder sprangen die Bündner rettend ein: SAC - Zentralpräsident Dr. Rudolf Campell erwirkte im Oktober 1941 in Biel die Bereitschaft der Berner Führer, den schweizerischen Verband neu zu organisieren und dessen Leitung zu übernehmen. Tatsächlich ging es dann unter der Führung von Christian Rubi, Wengen, mit dem SBV rasch aufwärts. Der Vorsitz wechselte alle vier Jahre im Turnus zwischen den Kantonen Bern, Wallis und Graubünden. Die Bündner stellten den Vorstand erstmals von 1950 - 1954 mit Karl Freimann, Pontresina, an der Spitze.

 

Neuer Entritt der Urner

 

Nach dem notgedrungenen Austritt von 1910, tritt der der Bergführerverein Uri 1943 wiederum dem SBV bei.

 

Quellen: Aus dem Protokollbuch des Bern. Oberl. Bergführerverbandes 1906 - 1940) aufgezeichnet von Marco Bomio, sowie Auszug aus einem Referat von Bernhard Truffer, Präsident des SBV 1975 - 1979, Protokollbuch des Bergführervereins Uri